Pilzbestimmen


Jahresbericht Technische Kommission 2019

Bei sieben Bestimmungsabenden haben wir dieses Jahr 210 Pilzarten bestimmt. Das sind ungefähr 40 Arten mehr als letztes Jahr. Obschon das Jahr 2019 in der Statistik gesehen wieder sehr warm war, dürfen wir auf reichere Pilzernten als in den letzten Jahren zurückschauen. Das hat einen Grund: In unserem Gebiet hat es diesmal im August recht viel Niederschlag gegeben. Die Böden trockneten im Sommer also weniger stark aus als in den Jahren zuvor. Nach einem etwas trockeneren September liess dann auch der Oktober mit seinen ergiebigen Regengüssen die Pilze wachsen, wie wir es schon lange nicht mehr erlebt haben.

Bei den mitgebrachten Pilzen hatten wir wiederum die Gelegenheit ein paar neue Arten zu kennenzulernen. Einmal war da der Üppige Rübling, ein Pilz, welcher erst seit etwa 20 Jahren in der Schweiz gefunden wird. Er ist aus Nordamerika bei uns eingetroffen oder man kann auch sagen eingeschleppt worden. Dieser Pilz wächst in grossen Büscheln auf Holzschnitzeln oder Sägespänen, aber auch in Verbindung mit Kompost.
Ein anderer war der Rhabarberfüssige Raukopf, also ein Schleierling. Dieser Pilz riecht sehr eigentümlich. In den Büchern wird der Geruch verglichen mit Dampflokomotive oder heissem Öl in Verbindung mit Metall. Einmal daran gerochen – und man vergisst diesen Pilz nicht mehr so schnell.
Auf den Pilzkontrollen wird neuerdings der Netzstielige Hexenröhrling freigegeben. Bis anhin galt dieser im Zusammenhang mit Alkohol als unverträglich. Dieses Unverträglichkeitssyndrom soll sich jedoch nie mehr bestätigt haben. Die falsche Annahme beruht wahrscheinlich auf Verwechslungen mit anderen Pilzen. Was bei diesem Pilz aber besonders wichtig ist: Er muss gut gekocht werden wie alle anderen Hexenröhrlinge auch, sonst ist er giftig.
Wegen Verwechslungen aufpassen müssen wir neuerdings auch bei den Trichterlingen. Vor 5 Jahren ist bei uns im Wallis das erste Mal der Parfümierte Trichterling gefunden worden, eine Art, die in den südlichen Bergregionen von Frankreich, aber auch in Marokko beheimatet ist. Beim Verzehr dieser Pilzart treten heftige brennende Schmerzen in Fingern und Zehen auf und das über eine Zeit von mehreren Wochen.
Es gilt wie immer: nur diejenigen Pilze in die Pfanne «schnätzle», die man wirklich kennt.
             Kurt Schumacher


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14. Oktober 2019 - Bestimmungsabend 7 (letzter dieses Jahres)
15 Leute, also der halbe Verein und Rekordbeteiligung für dieses Jahr, beschäftigten sich mit dem Bestimmen von 82 Arten, im Detail 32 Speisepilze, 20 Giftpilze und 30 «kein Speisepilz».
Die obigen Bilder entstanden an diesem Abend.

30. September 2019 - Bestimmungsabend 6
Die typischen Herbstpilze sind im Kommen. Erfreuliche 12 Anwesende können wiederum eine stattliche Anzahl von 75 Pilzarten bestimmen: 32 Speisepilze, 12 Giftpilze und 31 «kein Speisepilz».
Mit Spannung erwarte ich den Bestimmungsabend vom 14. Oktober: Ich vermute, dass wir dann eine Rekordzahl an Arten vorfinden werden.

16. September 2019 - Bestimmungsabend 5
Viel Arbeit für 8 Leute: Trotz achttägiger Trockenheit haben wir 89 Arten (!) auf den Tischen, so dass der traditionelle Umtrunk im Piazza zur normal späteren Zeit genossen werden kann; hat etwa der Aufruf vom
2. September etwas bewirkt? Für Statistiker: 34 Speisepilze, 20 Giftpilze und 35 «kein Speisepilz».

2. September 2019 - Bestimmungsabend 4
Wenn von 8 Anwesenden weniger als die Hälfte Pilze mitbringt, ist der fachliche Teil des Bestimmungsabends bald erledigt und wir ungewohnt früh beim Umtrunk. Auch der Schreibende nimmt sich an der Nase und gelobt Besserung. Wir hatten 32 Arten, davon 15 Speisepilze, 5 Giftpilze und 12 «kein Speisepilz».

12. August 2019 - Bestimmungsabend 3
Mit Franziska aus Jegenstorf als herzlich willkommenem Schnuppergast dürfen die 12 anwesenden Vereins-mitglieder ein im Vergleich zu den beiden Vorjahren für die Jahreszeit respektables Pilzvorkommen sichten.
Bestimmt werden 47 Arten, davon 21 Speisepilze, 4 Giftpilze und 22 «kein Speisepilz».

15. Juli 2019 - Bestimmungsabend 2
14 Pilze für 12 Personen - da sind wir schnell fertig und geniessen den schönen Sommerabend bei einem kühlenden Getränk im Aussenbereich des Piazza.
Übrigens: es waren 7 Speisepilze, 1 Giftpilz und 6 «kein Speisepilz».

17. Juni 2019 - Waldspaziergang, Bestimmungsabend 1
19 Personen finden sich bei schönstem Sommerwetter bei der Jägerhütte ein. Die verschiedenen Grüppchen werden mit einem überraschend grossen Pilzvorkommen belohnt: 24 Arten erklärt uns Kurt wie immer sehr kompetent. Das leibliche Wohl wird ebenfalls gepflegt. Es ist ein gemütlicher Abend.
Bei fast Vollmond ist auch der Rückweg im fahlen Licht einfach und der Ausblick aus dem Wald bezaubernd.

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